ALLERGIEN
Laut WHO müssen rund 43 % jener Patienten, die ursprünglich "nur" Heuschnupfen hatten, damit rechnen, in 8 Jahren ein Asthma bronchiale zu entwickeln!
Nicht immer verliert sich bei heranwachsenden Kindern ihre Neigung allergisch zu reagieren und sie begeben sich auf den sogenannten "allergischen Marsch": es beginnt mit "Heuschnupfen"; es folgt der so genannte Etagenwechsel, in Zuge dessen die Beschwerden in die Lunge "rutschen", das gefürchtete Asthma entwickelt sich.
Derzeit existieren nur Hypothesen zur Allergieentstehung, obwohl der allergische Prozess als solcher und die daran beteiligten Überträgerstoffe wie Histamin schon gut verstanden werden. So steht fest, dass es – ausgehend von einem allergenen Reiz – unter Beteiligung des Immunsystems zu einer überschießenden Reaktion des Körpers auf den betreffenden fremden Stoff kommt.
Die eigentlichen Ursachen für das Zustandekommen einer Allergie kann man bis jetzt nur vermuten. Sicher ist die genetische Disposition mitverantwortlich, denn Kinder allergischer Eltern sind meist selbst wieder Allergiker, besonders dann, wenn beide Elternteile an Allergien leiden. In der Durchschnittsbevölkerung liegt das Allergierisiko bei 10% bis 15%. Wenn ein Elternteil allergisch reagiert steigt die Wahrscheinlichkeit für das Kind Allergiker zu werden auf 30% an, bei beiden Elternteilen hingegen auf 80%! Am Asthma bronchiale soll die Vererbung übrigens mit 35% bis 80% beteiligt sein, an der Neurodermitis (atopische Dermatitis) mit bis zu 70%.
Allergische Beschwerden
Unter der Bezeichnung Allergie werden all jene Erkrankungen zusammengefasst, bei denen es nach wiederholtem Kontakt mit einem Stoff (Allergen) zu einer sofortigen, oder um Stunden oder Tage verzögerten überschießenden Immunreaktion des Körpers kommt. Diese umfassen z. B. eine rinnende Nase, tränende Augen und eine verschnupfte Stimme, Hautreaktionen wie Rötung, Nessellaufen und Juckreiz.
Weniger bekannt ist, dass ein mehrwöchig anhaltender Husten ebenfalls ein Allergiezeichen sein kann. Besondere Aufmerksamkeit verdient das gemeinsame Auftreten von belastungsbedingten Atembeschwerden und Husten. In solchen Fällen ist es empfehlenswert auf jeden Fall den Arzt aufzusuchen, der dann mit einem einfachen Atemfunktionstest die Situation abklären kann.
Eine besonders schwere Reaktion ist der anaphylaktische Schock z. B. auf Bienen- oder Wespenstiche, bei dem Lebensgefahr bestehen kann. Solcherart Gefährdete müssen immer ein "Notfallset" mitführen.
Die Bedeutung der ersten Lebensphase
Mit der Geburt gerät das Neugeborene in vielfältigen Kontakt mit seiner Umwelt. Das betrifft sowohl die Haut, als auch die Lunge und den Verdauungstrakt und umfasst die Auseinandersetzung mit Mikroorganismen genauso wie mit potentiell allergenen Stoffen. Mit diesem "Sensibilisierungsfenster" in den ersten Lebensmonaten sollte sehr sorgfältig umgegangen werden. Zum Beispiel steht mit der Muttermilch eine physiologische Nahrungsquelle ohne allergenem Potential zur Verfügung, die auf jeden Fall genützt werden sollte. Außerdem enthält sie bemerkenswerte Mengen allgemeiner Schutzfaktoren gegen Bakterien, Viren und Pilze.
Eine im Kleinkindalter beginnende Sensibilisierung auf Nahrungsmittel-Allergene wird mit dem späteren vermehrten Auftreten von Asthma bronchiale in Verbindung gebracht. Ein ähnliches Risiko haben Heuschnupfenpatienten

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